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Pflegesachleistung

Die Pflegesachleistung ist eine Leistung der Pflegeversicherung (§ 39 SGB XI), mit der die pflegerische Versorgung in der Häuslichkeit der Betroffenen sichergestellt werden soll. Im Gegensatz zum Pflegegeld handelt es sich hierbei nicht um eine Geldleistung, sondern um eine reine Sachleistung. Das heißt, dass der Leistungsumfang nicht ausbezahlt werden kann, sondern ausschließlich mit den empfangenen Dienstleistungen verrechnet wird. Der Anteil der Pflegesachleistung an dem gesamten Leistungsspektrum der Pflegeversicherung lag 2014 bei nur 5,3%, und fällt damit relativ gering aus (Bundesministerium für Gesundheit, 2016). Die Leistungserbringung erfolgt durch ambulante Pflegedienste. In seltenen Fällen werden Pflegesachleistungen auch von freiberuflichen Pflegefachkräften durchgeführt, die einen speziellen Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen abgeschlossen haben.

Leistungsinhalt

Zu den Pflegesachleistungen gehören bis zum 31.12.2016:

  • die Grundpflege, z.B. die Körperpflege, die Ernährung, die Ausscheidung
  • und die hauswirtschaftliche Versorgung, z.B. das Kochen, die Wohnungsreinigung.

Dies ändert sich ab dem 01.01.2017. Zu den Pflegesachleistungen zählen dann:

  • die körperbezogenen Pflegemaßnahmen, z.B. die Körperpflege, die Ernährung, die Ausscheidung
  • die pflegerischen Betreuungsmaßnahmen, z.B. Aktivierungsangebote für demenziell erkrankte Menschen oder Unterstützungsangebote in Gefährdungssituationen
  • sowie die Hilfen bei der Haushaltsführung, z.B. das Kochen, die Wohnungsreinigung, aber auch die Nutzung von Dienstleistungen, finanzielle oder behördliche Angelegenheiten.
  • Darüber hinaus kommt der Anleitung und Schulung eine größere Bedeutung zu.

Anspruchsvoraussetzungen

Anspruchsberechtigt sind alle hilfe- und pflegebedürftigen Personen im Sinne der Pflegeversicherung (§§ 14, 15 bzw. bis 31.12.2016 § 45a SGB XI), die in der Häuslichkeit gepflegt werden und eine Pflegestufe (bis 31.12.2016) bzw. mindestens einen Pflegegrad 2 (ab 01.01.2017) haben. Der Umfang der Leistung richtet sich nach dem jeweiligen Schweregrad.

Leistungsumfang

Pflegestufe (bis 31.12.2016) Betrag für Leistungen in Euro Pflegegrad (ab 01.01.2017) Betrag für Leistungen in Euro
„Pflegestufe 0“ 231 Pflegegrad 1 -
Pflegestufe 1 468 Pflegegrad 2 689
+ Erhebliche Einschränkungen in der Alltagskompetenz 689 Pflegegrad 2 689
Pflegestufe 2 1144 Pflegegrad 3 1298
+ Erhebliche Einschränkungen in der Alltagskompetenz 1298 Pflegegrad 3 1298
Pflegestufe 3 1612 Pflegegrad 4 1612
+ Erhebliche Einschränkungen in der Alltagskompetenz 1612 Pflegegrad 4 1612
Pflegestufe 3+ 1995 Pflegegrad 5 1995
+ Erhebliche Einschränkungen in der Alltagskompetenz 1995 Pflegegrad 5 1995

Einschränkungen

Werden diese Beträge bei der Inanspruchnahme von ambulanten Pflegeleistungen überschritten, muss die betroffene Person die Differenz selbst tragen. Dies ist dem „Teilkaskoprinzip“ der Pflegeversicherung geschuldet. Bei einem sehr geringem Einkommen ist es jedoch möglich, dass die Sozialhilfe (§ 61 ff. SGB XII) die zusätzlichen Kosten übernimmt.

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Christian Hener
Careship Pflegeexperte
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