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Was hilft bei Blasenschwäche?

Frau mit Blasenschwäche an der Toilette

Obwohl es noch immer ein sehr tabuisiertes Thema zu sein scheint, so sind im Alltag doch sehr viele Menschen von Blasenschwäche betroffen. Allein in Deutschland leiden mehr als acht Millionen Menschen an Inkontinenz, aber durchschnittlich geht nur jeder fünfte zum Arzt, um die Situation abzuklären. Dabei ist dies bei Harninkontinenz sehr wichtig! Durch eine rechtzeitige Behandlung können circa 80 Prozent der Betroffenen von ihren Beschwerden befreit werden. Den restlichen 20 Prozent könne durch Beratung und eine gute Ausstattung mit den richtigen Hilfsmitteln zumindest der Alltag erleichtert werden. Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung der Erkenntnisse beider Gesellschaften.

Was ist eine Blasenschwäche bzw. Harninkontinenz?

„Harninkontinenz ist die fehlende Fähigkeit des Körpers, den Blaseninhalt sicher zu speichern und den Zeitpunkt der Entleerung selbst zu bestimmen. In der Folge kommt es zu unwillkürlichem Urinverlust.“ (Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. & Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V.)

Harninkontinenz wird oft synonym verwendet mit Blasenschwäche. Doch wie ist eine Harninkontinenz definiert? Hiermit ist der unfreiwillige Verlust von Urin gemeint. Ausführlicher könnte man sagen, dass Blasenschwäche die fehlende Fähigkeit des Körpers ist, den Blaseninhalt sicher zu speichern und den Zeitpunkt der Entleerung selbst zu bestimmen. In der Folge kommt es dann zu einem unfreiwilligen Urinverlust.

Wie kann man die Blasenschwäche abklären?

Es reichen oft schon Basisuntersuchungen aus. Hierzu gehören Befragungen und Körperuntersuchungen sowie die Untersuchung des Urins. Auch Protokolle über das Trinkverhalten und das Urinlassen (die sogenannte „Miktion“) helfen dabei, Klarheit über die Situation zu gewinnen. Auch Ultraschalluntersuchungen der Harnblase/ Nieren sind gängige Maßnahmen im Rahmen dieser Untersuchungen. Sollte all dies nicht zu einer Aufklärung des Problems führen, wird zusätzlich ggf. auch eine Blasendruckmessung vorgenommen. Hierbei wird die Funktion von Blase und Schließmuskel überprüft. Mitunter werden zudem Röntgenbilder der Harnblase gemacht oder eine Blasenspiegelung vorgenommen, um die Blasendruckmessung zu ergänzen.

Wie kann einer Harninkontinenz vorgebeugt werden?

Glücklicherweise lässt sich eine Harninkontinenz durch einige Maßnahmen vorbeugen. Allen voran stehen hierbei immer eine gesunde, ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und der richtige Sport für Sie. Denn die Vermeidung von Übergewicht bzw. die Verringerung von 5-10 Prozent des eigenen Gewichts halbiert die Anzahl der wöchentlichen Inkontinenz-Vorfälle (sogenannte „Inkontinenz-Episoden“), heißt es von Seiten der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. und der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e.V.. Diese raten z. B. zu folgenden Maßnahmen, um eine Harninkontinenz vorzubeugen:

    • Entlastung und Stärkung des Beckenbodens durch sportliche Aktivitäten, wie Radfahren, Schwimmen, Nordic Walking oder Yoga
    • aber: Schwere körperliche Arbeit vermeiden
    • Trainieren der Blase, indem dem ersten Drang nicht direkt nachgegangen wird; hierbei hilft Hinsetzen
  • aber: unverhältnismäßig hohe Flüssigkeitsaufnahme reduzieren
  • regelmäßiges Beckenbodentraining (v. a. bei Bindegewebsschwäche oder nach der Geburt eines Kindes)
  • mit ballaststoffreicher Ernährung Verstopfungen vorbeugen, die andernfalls den Beckenboden belasten und eine Inkontinenz begünstigen würden

Medikamente und operative Methoden

Sollte bereits eine Blasenschwäche vorliegen und die oben aufgelisteten Maßnahmen nicht ausreichend sein, um die Situation zu regulieren, können auch operative Methoden und Medikamente in Erwägung gezogen werden. Lassen Sie sich diesbezüglich umfangreich von Ihrem Arzt beraten. Sprechen Sie konkret die Medikamente: Oxybutynin, Trospiumchlorid, Propiverinhydrochlorid, Tolterodin, Darifenacin, Solifenacin und Fesoterodin sowie die Möglichkeit lokaler Östrogene an. Hinsichtlich operativer Methoden sollte Ihr Arzt Sie u. a. über die Themen wie Nervenstimulation, Erweiterung der Blase (eine sogenannte „Blasenaugmentation“) und gegebenenfalls auch über einen möglichen Blasenersatz aufklären.

Welche Formen der Harninkontinenz gibt es?

Die Harninkontinenz kann ganz verschiedene Ursachen haben und zwischen entsprechend unterschiedlichen Formen wird unterschieden. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt näher zu den unten aufgeführten Formen informieren, damit Sie gemeinsam herausfinden können, welche bei Ihnen in Frage kommen könnte und welche Behandlungsmöglichkeiten entsprechend in Erwägung gezogen werden sollten:

  • Belastungsinkontinenz
  • Dranginkontinenz
  • Mischinkontinenz
  • Neurogene überaktive Blase
  • Überlaufinkontinenz
  • Extraurethrale Inkontinenz
  • Beckenbodenschwäche und Senkungszustände

Wer sind die richtigen Ansprechpartner?

Da Inkontinenz eine fachübergreifende Herausforderung ist, beschäftigen sich auch ganz verschiedene Spezialisten disziplinübergreifend mit diesem Thema. So können Sie sich sowohl an Urologen wenden, wie auch an Gynäkologen, Neurologen, Radiologen, Allgemeinmediziner bzw. Ihren Hausarzt. Gebündelt an einem Ort lassen sich alle diese Kräfte in der Regel in einem sogenannten Kontinenz- und Beckenboden-Zentren finden. Hier befinden sich alle für die Behandlung und Heilung von Inkontinenz relevanten Facharztgruppen sowie spezialisierte Physiotherapeuten unter einem Dach.

Miktions- & Trinkprotokoll

Wenn Sie zwei Tage vor Ihrem Arztbesuch ein sogenanntes “Miktions- und Trinkprotokoll” führen und anschließend zum Termin mitbringen, bereichert das die Suche nach Ursachen ungemein. Das Protokoll stellt eine objektive Erfassung Ihres Trinkverhaltens und des Harnlassens dar. Auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. und der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e.V. finden Sie einen Vordruck für dieses Protokoll.

Im Alltag wird das Thema Inkontinenz selten öffentlich besprochen, auch wenn es v. a. mit Blick auf die vielen Betroffenen von sehr hoher Relevanz ist. Nicht zuletzt aufgrund des “schüchternen” Umgangs mit dem Thema und einer gewissen Arztscheu diesbezüglich, ist die tatsächliche Anzahl Betroffener nicht ganz klar. So ist es sehr wahrscheinlich, dass die Dunkelziffer potentiell sehr hoch ist.

Wer selbst betroffen ist, sollte die Ursachen zeitnah mit seinem Arzt abklären und eine entsprechende Behandlung in die Wege leiten. Denn Ihnen kann hierbei in den meisten Fällen unkompliziert geholfen und die Inkontinenz auf Dauer geheilt werden. Dafür muss die jeweilige Inkontinenz aber beizeiten erkannt, klassifiziert und behandelt werden. Sollten Sie selbst nicht betroffen sein, sensibilisieren Sie Ihre Angehörige für dieses Thema. Wenn weder Sie, noch Ihre Angehörige betroffen sein sollten, so kann dennoch vorbeugendes Verhalten nicht schaden. Dieses ist darüber hinaus hilfreich, wenn die Stärke einer bestehenden Inkontinenz ohne Operation und Medikamente gemildert werden oder gar geheilt werden soll.

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