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Smarte Technologie für Seniorinnen & Senioren

Der Begriff „Smart Home” ist schon lange in aller Munde. Doch vielen stoßen das Konzept und die Durchführung sauer auf. Auf der einen Seite sollen Smart Home Systeme das Leben erleichtern, zahlreiche Abläufe im Haushalt automatisieren und damit effizienter gestalten. Auf der anderen Seite sind die Bedenken rund um den Datenschutz und die Privatsphäre groß. In unserem Artikel nehmen wir den Begriff und das Konzept einmal näher unter die Lupe.

Apps und Systeme, die das Leben von Seniorinnen und Senioren erleichtern sollen, gibt es schon länger. Dennoch findet das Konzept noch keine weitreichende Verbreitung. Dabei wäre es wichtig, Aufklärung zu betreiben und Seniorinnen und Senioren darüber zu informieren, was die Technologie für sie tun kann, um ihrem Alltag und Leben Qualität zu verleihen.

Bevor wir uns einem konkreten Projekt zum Thema „Smart Homes” für Seniorinnen und Senioren widmen, wollen wir den Begriff selbst zunächst unter die Lupe nehmen.

Was sind Smart Homes”?

„Smart” kommt aus dem Englischen und lässt sich mit clever/schlau übersetzen. Der Begriff Smart Homes” bedeutet – in aller Einfachheit – dass Geräte und Installationen in einer Wohnung oder einem Haus miteinander verbunden sind. Diese Verbindung kann über eine Software zentral konfiguriert und gesteuert werden, beispielsweise über das Smartphone. Neben Verringerung des Energieverbrauchs, die Erhöhung der Sicherheit zu Hause sowie eine generelle Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität.

Laut einer Erhebung des Statista Digital Market Outlooks nutzten im Jahr 2020 rund 5 Millionen deutscher Haushalte Geräte aus der Kategorie „Vernetzung und Steuerung”, während die Prognose für das Jahr 2025 bei 20,6 Millionen Haushalten liegt. Zur Kategorie „Vernetzung und Steuerung” gehören beispielsweise smarte Lautsprecher. 

An zweiter Stelle finden sich Geräte aus dem Bereich „Komfort & Licht” wie etwa smarte Glühlampen, Rollläden und Jalousien (2020: 4,0 Millionen deutscher Haushalte; 2025: 20,1 Millionen). Auf Platz drei liegt die Kategorie „Energy Management”, die Produkte und Dienstleistungen zur Kontrolle und Steuerung der Raumtemperatur und des Energieverbrauchs (Heizkörperventile, Thermostate) umfasst (2020: 3,6 Millionen deutscher Haushalte; 2025: 15,3 Millionen).

Neben „Smart Home” gibt es zahlreiche Synonyme, wie beispielsweise „intelligentes Zuhause”, „eHome” oder „Smart Living”, um einige wenige zu nennen. Die Funktionen und Anwendungen beziehen sich auf viele verschiedene Bereiche, wie die Verringerung des Energieverbrauchs, die Erhöhung der Sicherheit zu Hause sowie eine generelle Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität.

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Smarte Sensoren und reale Ängste

Gerade für Seniorinnen und Senioren, die alleine leben, ihren Alltag nicht mehr so problemlos meistern können und körperliche Einschränkungen haben, können Smart Homes eine Möglichkeit sein, so lange wie möglich im eigenen Zuhause leben zu können und ein Stück Unabhängigkeit zu genießen. 

Ivonne Honekamp, Professorin für Management im Gesundheitswesen und Jost Lennart Liebau, Masterand an der Hochschule Stralsund, haben sieben Wohnungen für ältere Menschen mit Smart Home Sensoren ausgestattet. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom 1. März 2022, haben sie von ihren Erfahrungen, dem Skeptizismus der Seniorinnen und Senioren sowie der Frage nach dem Datenschutz berichtet.

Die Technologie umfasste zum Beispiel den Herd, der sich selbst ausschaltet, Wasserhähne, die signalisieren, wenn das Waschbecken überläuft, sowie die Aktivierung eines Notrufs bei auffällig langer Inaktivität. Geplant war es ursprünglich 152 Parteien mit Sensoren auszustatten, davon blieben allerdings nur sieben übrig, die tatsächlich mitgemacht haben. Honekamp und Liebau stießen auf einigen Widerstand, denn die meisten Seniorinnen und Senioren wollten nichts von dem System wissen, hatten Angst davor oder waren gar der Ansicht, die Technologie vielleicht erst in fünf Jahren gebrauchen zu können. Dabei lag der Durchschnitt der ausgewählten Haushalte bei 80,2 Jahren.

Die wichtigste Beobachtung, die Honekamp und Liebau gemacht haben, war, dass das Thema für Seniorinnen und Senioren noch nicht den nötigen öffentlichen Diskurs bekommen hat, den es eindeutig braucht. Denn zu häufig stehen Unwissenheit und damit Verunsicherung bei älteren Menschen in Bezug auf Smart Home Systeme im Vordergrund und verhindern eine Annäherung an das Thema. Beschreibungen in einer für Laien verständlichen Sprache sind dabei von großer Bedeutung. Durch die stark technisierte Sprache und die Benutzung von Fachausdrücken können viele Menschen nichts mit den Informationen anfangen und haben damit noch größere Berührungsängste. Auch der Gedanke, nur von Maschinen und nicht mehr von Menschen umgeben zu sein, ist eine weit verbreitete Angst unter Seniorinnen und Senioren, wenn es um den Einsatz von intelligenter Technologie in den eigenen vier Wänden geht.

Dabei haben Gespräche über die Erfahrungen und Herausforderungen im Alltag von Seniorinnen und Senioren geholfen, um wertvolle Informationen zu weiteren Forschungen und Einsatzgebieten von smarten Technologien zu sammeln. Denn dabei fanden die Wissenschaftler:innen zum Beispiel heraus, dass viele Menschen über 65 Jahren bereits Zuhause gestürzt sind. 

 

Datenschutz

Ein Thema, das beim Einsatz von Smart Homes immer wieder im Fokus steht, ist der Datenschutz. Auch hier haben Honekamp und Liebau viel Aufklärungsarbeit geleistet. Denn viele Seniorinnen und Senioren befürchten, dass ihre Daten an Unbekannte weitergegeben und sie damit zu gläsernen Menschen werden. Dabei funktionieren die Sensoren so, dass der Anbieter nur verschlüsselte Daten erhält und das System passiv im Hintergrund läuft. Im Falle eines Notfalls werden also nur die von den Betroffenen vorab selbst festgelegten Personen verständigt. 

Um ältere Menschen also von der Wirksamkeit und Sinnhaftigkeit von intelligenten Technologien für das eigene Zuhause zu überzeugen, bedarf es Aufklärung, Kommunikation und Transparenz. Denn was alle Menschen verbindet, ist die Unsicherheit, die mit dem Mangel an konkreten Informationen einhergeht. Wollen wir also Seniorinnen und Senioren verstehen und mithilfe von Technologie ihre Lebensqualität steigern, müssen wir sie fragen, was Lebensqualität für sie in erster Linie bedeutet.

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