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Vorbereitung auf den MDK-Termin

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (kurz: MDK) übernimmt die Begutachtung gesetzlich Versicherter hinsichtlich der Frage nach Pflegebedürftigkeit. Dabei entscheidet der MDK-Gutachter nicht nur, ob die Antragstellenden überhaupt offiziell pflegebedürftig sind, sondern auch zu welchem Grade. Da die Begutachtung nur eine Momentaufnahme der tatsächlichen Pflegesituation sein kann, ist es umso wichtiger diesen Termin gut vorzubereiten, damit effizient analysiert werden kann und das Ergebnis möglichst treffend und fair ist.

Vor dem MDK-Termin

Der Besuch des MDK-Gutachters dauert i. d. R. 20 bis 120 Minuten, je nach Komplexität des Falles. Das ist nicht sehr viel Zeit, um die komplette Pflegesituation zu beleuchten und fundierte Eindrücke zu sammeln. Daher ist es hilfreich, schon vorab mittels Pflegetagebuch den Alltag zu dokumentieren. Es bietet sich dafür eine Zeitspanne von 2-4 Wochen an. Auf diese Weise schaffen Sie für sich und auch den Gutachter einen guten Überblick über den Stand der Dinge und die jüngste Entwicklung des Unterstützungsbedarfs.

Es empfiehlt sich außerdem die komplette Krankenakte der antragstellenden Person zur Hand zu haben sowie eine Übersicht aller Medikamente, die regelmäßig von der begutachteten Person eingenommen werden. Erstellen Sie darüber hinaus einen Arzt- und Therapeutenplan, der auch ersichtlich macht wie viel Zeit die jeweiligen Termine und Anfahrten in Anspruch nehmen. Eine weitere Liste, die sich anzufertigen lohnt, ist die Pflegepersonen-Liste. Auf dieser sieht der Gutachter, wie viele Personen zu welchem Umgang bereits in die Betreuung und Pflege der betroffenen Person involviert sind. Sollten bereits Hilfsmittel/ Pflegehilfsmittel in Verwendung sein, platzieren Sie diese sichtbar und greifbar. Auf diese Weise haben Sie sie bei Bedarf nicht nur direkt zur Hand, sondern der Gutachter nimmt auch Notiz davon. Wenn Sie weitere (Pflege-)Hilfsmittel benötigen, können Sie dies gern thematisieren. Möglicherweise erhalten Sie sogar eine finanzielle Förderung/ Erstattung.

Generell empfiehlt es sich, die zu begutachtende Person nicht mit dem MDK-Termin zu überraschen. Informieren Sie rechtzeitig über den Zeitpunkt sowie den Ablauf der Begutachtung und geben Sie allen Involvierten ausreichend Zeit, sich darauf einzustellen. Sollte bereits ein Pflegedienst beauftragt worden sein, lassen Sie auch diesen beim Termin dabei sein. Die Mitarbeiter haben meist Routine, was diese Termine angeht und bereichern die Begutachtung mitunter sehr.

Da es bei dem Termin darum geht, ein möglichst wahres Bild vom (Pflege-)Alltag zu geben, ist davon abzuraten, die zu begutachtende Person und die Wohnung übertrieben zurecht zu machen. Ein geordneter Haushalt und das Ankleiden der Person zeigen dem Gutachter allerdings, dass darauf (regelmäßig) Zeit verwendet wird. Wichtig ist hier, im Gespräch deutlich werden zu lassen, inwiefern all dies noch selbständig von der begutachteten Person getan werden kann und an welcher Stelle Hilfe notwendig wird.

Wenn Sie als Angestellter arbeiten, lohnt sich ein Gespräch mit dem Arbeitgeber. Möglicherweise werden Sie freigestellt, damit Sie Ihrem Angehörigen während des MDK-Termins zur Seite stehen können. Hier finden Sie außerdem Ihre rechtlichen Ansprüche hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Pflege.

Careship steht Ihnen mit Ratschlägen und Beratung zur Seite, um gut vorbereitet den MDK-Besuch zu empfangen.

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Während des MDK-Termins

Während des MDK-Termins werden verschiedenste Lebensbereiche des Antragstellers hinsichtlich der Selbständigkeit beleuchtet. Dabei fließen folgende Bereiche direkt mit in die Bewertung der Pflegesituation und letztlich in die Einteilung in einen Pflegegrad mit hinein: Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen sowie Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte.

Während der Begutachtung empfiehlt es sich, dass Sie als Angehöriger mit im Raum bleiben. Auf diese Weise können Sie bei missverständlichen Situationen für Aufklärung sorgen. Stolz, Scham oder geistige Veränderungen sorgen mitunter dafür, dass die Betroffenen Tatsachen unerwähnt lassen, schönreden oder schlichtweg falsch kommunizieren. Hinsichtlich der treffenden Zuordnung in einen Pflegegrad ist es allerdings natürlich nötig, möglichst nah bei bei der Wahrheit zu bleiben. Achten Sie also darauf, dass alle Aspekte, die Einfluss auf die Selbständigkeit haben, Erwähnung finden. Dazu gehören sämtliche (psychische) Eigenschaften, Routinen und körperlichen Merkmale des Betroffenen, ebenso die baulichen Merkmale der Wohnung bzw. des Hauses, in dem Ihr Angehöriger wohnt.

Sollten Sie das Gefühl haben, dass der Gutachter in Eile ist, lassen Sie sich nicht hetzen und vermitteln Sie auch Ihrer Angehörigen, dass sie sich die Zeit nehmen kann, die sie braucht. Termine bis zwei Stunden sind absolut vertretbar und ggf. auch darüber hinaus noch angemessen, wenn es sich um einen komplexeren Fall handelt.

Achten Sie bei aller Hilfsbereitschaft und Aufmerksamkeit stets darauf, dass Sie Ihren Angehörigen nicht bevormunden oder ihm zu viel abnehmen. Fehler und authentisches Verhalten sind erlaubt und wichtig. Nur so kann sich der Gutachter ein reales Bild von der Situation machen.

Nach dem MDK-Termin

Wenn Sie als Angehöriger oder Betreuer der begutachteten Person die Notwendigkeit eines diskreten Zusatzgesprächs sehen, dann lassen Sie dies den Gutachter wissen. In einem Vieraugengespräch (Sie und der MDK) haben Sie die Möglichkeit Themen anzusprechen bzw. richtig zu stellen, die im Beisein Ihres Angehörigen untergegangen sind bzw. aus Taktgefühl von Ihnen nicht weiter vertieft worden sind. – Wenn alle Gespräche beendet sind, sendet der Gutachter seine Einschätzung an die Pflegeversicherung. Diese wiederum lässt Ihnen das Ergebnis im Laufe der Folgewochen zukommen. Details dazu finden Sie in der Careship-Checkliste zum Thema “Bin ich pflegebedürftig?”. Es bietet sich an, dem Gutachter Kopien Ihrer Krankenakte etc. mitzugeben, damit dieser sie mitsamt seiner Einschätzung an die Pflegeversicherung schicken kann.

Sollte Ihnen die Pflegeversicherung nur den Bescheid zusenden, nicht aber das ausführliche Gutachten, haken Sie nach. Sollten Sie später nämlich Widerspruch gegen das Ergebnis erheben wollen, benötigen Sie das Gutachten, damit Sie sich im Rahmen des Widerspruches auf konkrete Textabschnitte beziehen können.

Sollte der Bescheid entgegen Ihrer Erwartungen keinen Pflegegrad für Sie vorsehen oder Ihrer tatsächlichen Pflegesituation nicht entsprechen, dann legen Sie auf jeden Fall Widerspruch ein. Nicht immer wird in dem überschaubaren Termin ein realistisches Bild Ihrer Situation deutlich. Auch kommt es vor, dass der MDK-Gutachter nicht unbedingt zugunsten des Antragstellers entscheidet. Denken Sie daran: Der Gutachter wird von der Versicherung geschickt. Diese wiederum versucht möglichst ökonomisch zu handeln. Dabei kommt es mitunter zu Entscheidungen, die unfair erscheinen oder auch sind. Ein Widerspruch erhöht Ihre Chance auf eine realistische und angemessene Einschätzung.

Sie sind nicht zufrieden mit Ihrem Bescheid? Wir beraten Sie gerne zu Ihrem Widerspruch.

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