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Familien sind Pflegemotor Nummer 1 in Deutschland

Die größte pflegende Kraft Deutschlands – die Angehörigen – wird oft vergessen... Die Initiatoren von Pics of Care, Stephanie Poggemöller und Peggy Elfmann, machen sich deshalb für die Belange pflegender Angehöriger stark, teilen ihr Expertenwissen und verhelfen so vielen Betroffenen zu mehr Mut, auf ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen. In unserem Experten Blog gibt es mehr über die Arbeit von Pics of Care zu erfahren.

Familien sind Pflegemotor Nummer 1

In Zahlen heißt das, dass 80% der Menschen mit Pflegebedarf von ihren Angehörigen zuhause gepflegt werden. Zu diesen pflegenden Angehörigen zählen auch wir. Wir, das sind Stephanie Poggemöller und Peggy Elfmann. Steffi hat ein Kind mit geistiger und körperlicher Beeinträchtigung und Peggy eine zu pflegende Mutter mit Demenz. Wir haben den Instagram-Account Pics of Care ins Leben gerufen, um allen pflegenden Angehörigen zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen – sowohl pflegenden Eltern, aber auch Kindern oder Partnern.

Deshalb gibt es Pics of Care

Anlass für unsere Initiative ist ein Eckpunktepapier des Bundesgesundheitsministeriums zur Pflegereform vom 4. November 2020. Einer der darin enthaltenen Vorschläge lautet, dass ein Teil der Verhinderungspflege einer längeren Verhinderung der Pflegeperson vorbehalten bleiben soll. Konkret bedeutet das, dass für die stundenweise Inanspruchnahme der Verhinderungspflege nur noch maximal 40% des künftigen Entlastungsbudgets in Höhe eines Gesamtjahresbetrags von 3.300 EUR zur Verfügung steht. Geplant ist, dass die Regelung ab dem 1. Juli 2022 in Kraft tritt.

Wichtigkeit der Verhinderungspflege

Allerdings ist gerade die Möglichkeit, die Verhinderungspflege stundenweise in Anspruch nehmen zu können, für pflegende Angehörige im Alltag besonders entlastend und wichtig. Warum? Weil genau dadurch kurze Auszeiten von der Pflege und Betreuung genommen werden können, die z.B. der Erwerbstätigkeit, der Alltagsorganisation oder der eigenen Erholung dienen.

Angehörige, die für die Pflege verantwortlich sind, wünschen sich vor allem Unterstützung, um die zeitlichen und emotionalen Belastungen besser bewältigen zu können. Die stundenweise Nutzung der Verhinderungspflege kann ein maßgeblicher Faktor dafür sein.

Schattenseiten der häuslichen Pflege

68 Prozent der pflegenden Angehörigen sind weiblich. Viele unterbrechen für die Pflege ihre Erwerbsarbeit oder reduzieren ihre Arbeitsstunden. Wie ein Gutachten im Auftrag des Sozialverbands Deutschland e.V. zeigt, treibt die Pflege von Familienangehörigen viele Frauen in die Altersarmut. Frauen pflegen nicht nur häufiger, sie sind auch zeitlich stärker an der Pflege beteiligt. Sie übernehmen mehr Pflegeaufgaben alleine – ohne Unterstützung aus dem professionellen oder informellen Bereich.

Und das wird sich Prognosen nach wahrscheinlich auch in Zukunft nicht ändern. Aufgrund der Alterung der Gesellschaft sind in Deutschland immer mehr Menschen von Pflegebedürftigkeit betroffen. Laut Statista steigt die Zahl der Pflegebedürftigen stetig an. Waren es im Dezember 1999 noch 2,02 Millionen, ist die Zahl im Dezember 2009 auf 2,34 Millionen gestiegen und im Dezember 2019 waren es bereits 4,13 Millionen Personen. Tendenz steigend…

Der Pflege-Report 2020 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK hat gezeigt, dass es in der häuslichen Pflege erhebliche Belastungen gibt. Jeder Vierte kann die Pflegesituation nach eigenen Angaben „nur noch unter Schwierigkeiten“ oder „eigentlich gar nicht mehr“ bewältigen. Angehörige, die für die Pflege verantwortlich sind, wünschen sich vor allem Unterstützung, um die zeitlichen und emotionalen Belastungen besser bewältigen zu können. Die stundenweise Nutzung der Verhinderungspflege kann ein maßgeblicher Faktor dafür sein.

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Verhinderungspflege oft einzige Möglichkeit

Weiterhin ist für viele Familien und Angehörige die stundenweise Inanspruchnahme der Verhinderungspflege oft die einzige Möglichkeit, eine externe Pflegeleistung überhaupt geltend zu machen, da derzeit nicht genügend geeignete Ersatzpflegeangebote für einen längere Zeiträume, z.B. in Form von Kurzzeitpflegeplätzen, zur Verfügung stehen.

Lothar Riebsamen (CDU) und Heike Baehrens (SPD), beide Mitglieder im Gesundheitsausschuss des Bundestages, äußerten sich dazu wie folgt: „Die Zahl der fehlenden Plätz in Deutschland ließe sich zwar nicht beziffern, aber der Bedarf sei riesig“, so Riebsamen. „Wir wissen, dass es kein einziges Bundesland gibt, in dem es eine flächendeckende, ausreichende Versorgung gibt“, ergänzte Baehrens.

Aus diesem Grund muss die 100%-ige stundenweise Nutzung der Verhinderungspflege weiterhin möglich sein. Denn häusliche Pflege verdient mehr Sichtbarkeit, Wertschätzung und vor allem Entlastung. Die im Rahmen der Pflegereform geplante Einschränkung der stundenweisen Verhinderungs- und Tagespflege erfüllt jedoch genau das nicht. Sie trägt nicht dazu bei, pflegende Angehörige weiter zu entlasten, damit diese z.B. auch in der Lage sind, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und damit einer Altersarmut vorzubeugen.

Pics of Care unterstützen

Auf Pics of Care geben wir verschiedene Einblicke in den Alltag pflegender Angehöriger, um so ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass nicht genau an den Stellschrauben gespart werden darf, die für Betroffene in diesen Lebenslagen eine wichtige Unterstützung und Entlastung im Alltag sind. Ergänzend unterstützen wir die Petition “Keine Einschränkung der Flexibilität von Verhinderungspflege” von Kerstin Wasmuth, die eine Überarbeitung des Eckpunktepapiers bewirken will. Die Online-Petition kann noch bis zum 30. April 2021 unterzeichnet werden. Wir freuen uns über jeden, der uns bei diesem Projekt unterstützt und mit seiner Unterschrift dazu beiträgt, die Stimme pflegender Angehöriger zu stärken. Vielen Dank!

Ihre Experten:

Stephanie Poggemöller, Coach für Themen rund um Vereinbarkeit von Familie und Beruf, und Peggy Elfmann, Journalistin und Bloggerin auf Alzheimer und wir, haben Pics of Care gegründet, um pflegenden Angehörigen mehr Sichtbarkeit und Gehör zu verschaffen. Beide sprechen aus eigener Erfahrung, denn sie sind selbst pflegende Angehörige: Steffi hat ein Kind mit geistiger und körperlicher Beeinträchtigung und Peggy pflegt ihre demente Mutter. Als Follower auf Instagram oder mit dem Teilen Ihrer eigenen Geschichten können Sie Pics of Care wunderbar unterstützen.

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