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Ratgeber > Zur Pflegereform

Aus Pflegestufen werden Pflegegrade

Antrag auf Erteilung eines Pflegegrads

Mit der "Großen Pflegereform 2017" kam es zu grundlegeneden Änderungen in der gesetzlichen Pflege. Eine wesentliche Neuerung war beispielsweise die Einführung von Pflegegraden gegenüber den herkömmlichen Pflegestufen. Erfahren Sie im Verlauf alles wissenswerte über die neuen Pflegegrade und was sich für Sie ändern könnte.

Aus Pflegestufen werden Pflegegrade

Statt der 3 Pflegestufen wird es künftig 5 Pflegegrade geben, wobei jeder Pflegegrad füreinen anderen Grad der Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit steht.

Die Einteilung reicht dabei von

  • gering (Pflegegrad 1),
  • erheblich (Pflegegrad 2),
  • schwer (Pflegegrad 3),
  • schwerst (Pflegegrad 4)
  • schwerst mit besonderen Anforderungen (Pflegegrad 5).

Die reine Anzahl der fünf Pflegegrade stellt jedoch keine wirkliche Neuerung dar, denn neben den Pflegestufen 1 – 3 existierte auch bereits bisher die „Pflegestufe 0“ bei erheblichen Einschränkungen in der Alltagskompetenz, sowie in Härtefällen zusätzlich die „Pflegestufe 3+“. Aus dieser Perspektive könnte man sagen, dass es bisher auch schon 5 Pflegestufen gab, wenn auch nicht mit einem zeitgemäßen Verständnis von Pflegebedürftigkeit dahinter.

Neu ist jedoch, dass mit dem Pflegegrad 1 auch Menschen mit einer nur gering
ausgeprägten Pflegebedürftigkeit einen Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung erhalten sollen. Darin ist allerdings nicht das vollständige Leistungsspektrum enthalten, sondern vorrangig Schulungs-, Beratungs- und Betreuungsleistungen. Aus diesem Grund kann bei dem Pflegegrad 1 nur von einer „Pflegeversicherung light“ gesprochen werden.

Dem Autorenteam um Heinz Rothgang von der Universität Bremen zufolge sollen
trotzdem Hunderttausende Versicherte erstmals einen Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, was durchaus eine Verbesserung darstelle, selbst wenn es sich um ein limitiertes Leistungsspektrum handelt.

Übersicht Pflegestufe zu Pflegegrad

Pflegestufe vs. Pflegegrad

Überleitungsregelungen

Durch die Reformvorhaben soll kein Bürger schlechter als bisher gestellt werden, weshalb die Menschen, die bereits begutachtet wurden, einen Bestandschutz haben und automatisch einen Pflegegrad zugewiesen bekommen.

Personen mit einer Pflegestufe machen einen einfachen Sprung (+1), während Menschen mit erheblichen Einschränkungen in der Alltagskompetenz einen doppelten Sprung (+2) vollziehen.

Quellenangaben

Rothgang, H., & Kalwitzki, T. (2015). Pflegestärkungsgesetz II: Eine erstaunlich großzügige Reform. G&S Gesundheits-und Sozialpolitik, 69(5), 46-54.
Das Elfte Buch Sozialgesetzbuch – Soziale Pflegeversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes vom 26. Mai 1994, BGBl. I S. 1014, 1015), das durch Artikel 10 des Gesetzes vom 23. Dezember 2016 (BGBl. I S. 3234) geändert worden

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach dem aktuellen Verfahren wird der Schweregrad der Pflegebedürftigkeit mit 3 Pflegestufen angegeben.
  • Seit dem 01.01.2017 drückt sich der Schwergrad der Pflegebedürftigkeit in 5
    Pflegegraden aus.
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