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Ratgeber > Wer pflegt wie

Pflegeheim - Rundum versorgt

Schach im Pflegeheim

Der Einzug in ein Pflegeheim ist in vielen Familien ein diskutiertes Thema. Zu Hause ist es bekanntlich am schönsten, doch wenn die Selbständigkeit einer Person deutlich nachlässt und ein Wohnen in den eigenen vier Wänden trotz Unterstützung von außen unmöglich erscheint, sollten Sie diese Alternative in Augenschein nehmen. Die professionelle Betreuung auf Abruf und die Sicherstellung der Pflege sorgen für Sicherheit, beruhigen das Gewissen und ermöglichen der ganzen Familie auch in prekären Lagen einen geordneten Alltag. In diesem Beitrag lernen Sie die verschiedenen Angebote und Ausrichtungen der Pflegeheime kennen, erhalten Hilfestellungen bei der Suche und Auswahl der Heime bzw. alternativer Wohn- und Pflegeformen und erfahren, wie sich all dies finanzieren lässt.

Was ist ein Pflegeheim?

Ein klassisches Pflegeheim wird auch als stationäre Pflegeeinrichtung bezeichnet. Stationäre Pflegeeinrichtungen im Sinne des zweiten Absatzes von §71 Sozialgesetzbuch 11 (SGB XI) sind selbstständig wirtschaftende Institutionen, in denen Pflegebedürftige die folgenden zwei Gegebenheiten voraussetzen können: (1) Eine professionelle Pflege unter der ständigen Verantwortung einer dafür ausgebildeten Fachkraft sowie (2) eine Unterbringung und Verpflegung, die wahlweise rund um die Uhr oder alternativ nur tagsüber bzw. nur nachts in Anspruch genommen werden kann. Erstgenannte Variante wird als vollstationäre Pflege bezeichnet, letztgenannte als teilstationäre Pflege.

Allgemeines

Während die Leistungserbringung letztlich v. a. durch freigemeinnützige und private Träger erfolgt, liegt der Sicherstellungsauftrag für die pflegerische Versorgung bei den Pflegekassen. Die Koordination hinsichtlich der Kapazitäten in den Pflegeeinrichtungen geschieht über sogenannte Versorgungsverträge zwischen diesen Parteien.

Verwechseln Sie den Versorgungsvertrag nicht mit dem Heimvertrag. Dieser wiederum wird zwischen dem Pflegeheim und dem potentiellen Heimbewohner geschlossen. Er ist dem künftigen Bewohner vor dem Einzug vom Heim vorzulegen, sodass dieser ihn in Ruhe verinnerlichen kann. Rechtlich verankert ist der Heimvertrag im WBVG, dem Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz. Wir haben Ihnen das WBVG hier für Sie verlinkt, damit Sie nachlesen können, worauf Sie bei der Vertragsunterzeichnung achten sollten und welche Punkte Bestandteil des Vertrags sein sollten. Wenn Sie Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen beratend zur Seite stehen, prüfen Sie also auch diesen Heimvertrag vor der Unterzeichnung aufmerksam und gemeinsam.

Obwohl Pflege- und Altenheime nicht unbedingt das gleiche sind, werden die Begriffe oft synonym verwendet. Streng genommen ist ein Altenheim bzw. Seniorenheim eine Wohn- und/ oder Pflegeeinrichtung ausschließlich für Personen höheren Alters.

Für wen eignet sich ein Aufenthalt in einem Pflegeheim?

Theoretisch bietet sich ein Einzug in ein Pflegeheim/ Seniorenheim bereits an, wenn eine (ältere) Person stark pflegebedürftig ist und eine angemessene Versorgung zu Hause nicht mehr sichergestellt werden kann. Mit Blick in die gelebte Praxis ist dies letztlich das entscheidende Kriterium. Auf den zweiten Blick jedoch gibt es Umstände, Eigenschaften und Gewohnheiten, die mal mehr und mal weniger mit einem Leben im Pflegeheim vereinbar sind. So können Sie die unten aufgeführten Punkte als Orientierung dafür sehen, wer sich (aller Voraussicht nach) mit einem Leben in einer Pflegeeinrichtung arrangieren kann und damit idealerweise sehr zufrieden ist. Vollstationäre Pflege eignet sich z. B. für Personen, die:

  • sehr betreuungs- und pflegebedürftig sind
  • gerne Hilfe von außen annehmen
  • gewillt sind, ihren gewohnten Takt neu anzupassen
  • für eigene Bedürfnisse einstehen
  • bei Unzufriedenheit das Gespräch suchen
  • ein hohes Sicherheitsbedürfnis haben
  • hinsichtlich Freiheit und Unabhängigkeit Kompromisse eingehen können/ wollen
  • offen für neue Umwelten und Mitmenschen sind
  • bereit dazu sind, sich räumlich einzuschränken
  • einsehen, nicht ihre kompletten Besitztümer mitnehmen zu können
  • regelmäßige Gesellschaft schätzen
  • Lust auf verschiedene Aktivitäten haben
  • das Kochen und Zubereiten von Speisen gerne auch anderen überlassen

So finden Sie das passende Pflegeheim

Bei der Suche nach einem Pflegeheim können Sie sich an verschiedene Stellen richten, um Unterstützung zu erhalten. Schauen Sie z. B. online nach, welche lokalen Pflegestützpunkte sich in Ihrer Nähe befinden. Dort können Sie sich neutral beraten lassen, sei es am Telefon oder direkt vor Ort. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, die zuständige Pflegekasse der pflegebedürftigen Person zu kontaktieren. Diese halten in der Regel bereits Leistungs- und Preisvergleichslisten bereit, die oft sogar online einsehbar sind. Ebenso bestehen mittlerweile zahlreiche private Anbieter, die Ihre Suche nach dem passenden Heim mittels Bewertungs- und Übersichtsportalen im Internet nach Pflegeheimen bereichern. Die Sozialdienste der Krankenhäuser können Ihnen bei der Suche ebenfalls behilflich sein. Hier ist es wichtig, dass Sie Ihr Budget direkt zu Beginn deutlich kommunizieren.

Planen Sie für die Suche ausreichend Zeit ein, um nicht in Stress zu geraten und den Bedürfnissen Ihres Angehörigen gerecht zu werden. Beliebte Heime haben eine Warteliste von mehreren Monaten oder gar Jahren. Die gute Nachricht ist, dass sich mit dem Ausbau ambulanter Pflegedienste für die häusliche Pflege auch dieser Andrang etwas relativiert hat und das Konzept der Warteliste derzeit von Grund auf überdacht wird. Ebenso lässt sich im Notfall schnell ein Pflegeplatz organisieren, wenn Sie (zunächst) keine besonderen Ansprüche haben. Auf längere Sicht ist es natürlich ratsam, die Ansprüche der Familie zu kennen und für diese einzustehen.

Fragen zur Finanzierung eines Pflegeheims? Benötigen Sie Unterstützung, da sie auf der Warteliste stehen?

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Pflegeheim ist nicht gleich Pflegeheim – Was ist bei der Auswahl zu beachten?

Bei Ihrer Recherche nach dem richtigen Pflegeheim werden Sie schnell merken, dass Pflegeheime zwar vieles gemeinsam haben, aber auch ganz verschieden konzipiert sein können. Neben deutlichen Unterschieden hinsichtlich Komfort und Preisklasse, legen einige Heime z. B. einen hohen Wert auf einen guten „Pflegeschlüssel“, sprich das Verhältnis von Pflegern zu Bewohnern. Andere wiederum setzen auf möglichst wenige Angestellte, betreiben dafür aber eine höchst effiziente Verwaltung. Für gewöhnlich sinkt mit dem Zuwachs an Pflegern jedoch der Stress, da die Zeit für individuelle Pflege zunimmt und mehr Spielraum für Gespräche und Aktivitäten mit den Bewohnern entsteht.

Außerdem bestehen bauliche Unterschiede. So geht der Trend weg von sehr großen Heimen mit über 100 Betten und endlosen Gängen hin zu Wohnlichkeit. Der Klinik-Charakter wird, so gut es geht, vermieden. Weitere Unterschiede finden sich hinsichtlich der Zielgruppe sowie des Beschäftigungs- und Betreuungskonzeptes. Während einige Heime auf Personen mit Demenz spezialisiert sind, legen andere Heime besonders Wert auf hochwertige Speisen oder ein innovatives Sport- bzw. Kreativangebot. Auch bezüglich der angebotenen Dienstleistungen gibt es Unterschiede. So ist es in manchen Heimen möglich, sehr viele Services in Anspruch zu nehmen, wie z. B. Reinigungsdienste, Wäschedienste, Botengänge, Lieferdienste etc. – Andere wiederum bieten weniger Service an, erheben dafür aber geringere Preise. Was allerdings die pflegerische Versorgung der Bewohner betrifft, ist durch die sogenannten Prozess- und Strukturvorgaben der Pflegekassen bzw. Heimaufsichten alles fest geregelt und vorgeschrieben. An die Vorgaben hat sich jedes Pflegeheim/ Altenheim zu halten und wenig bis gar keinen Spielraum.

Careship-Tipp

Ein möglicher Richtwert zur Beurteilung der Güte eines Pflegeheims sind die Pflegenoten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK). Jede Pflege-Einrichtung hat diese transparent zu kommunizieren. Nehmen Sie diese Noten allerdings nicht allzu ernst. Letztlich drücken diese nur aus, inwiefern die Einrichtung sich an die Vorschriften zur Pflegedokumentation gehalten hat.

Kosten und Finanzierung eines Pflegeheimplatzes

Die Kosten für stationäre Pflege, also für einen Pflegeheimplatz, sind verschieden hoch. Es sind vor allem diese Aspekte tragend für die Zusammensetzung der Kosten:

  • der Pflege- und Versorgungsbedarf des Pflegebedürftigen
  • Art der Unterkunft (Einbettzimmer versus Mehrbettzimmer versus “Suite”)
  • Zimmerreinigung
  • Wäscheversorgung & Wäschereinigung
  • Müllentsorgung
  • Events
  • Verpflegung
  • der gebotene Service/ Komfort der Pflegeeinrichtungen
  • Investitionskosten (für Reparaturen, Heim-Anschaffungen, Gebäude-Unterhalt)
  • ggf. weitere Zuschläge, z. B. Ausbildungsvergütung des Heim-Personals

Je nach Pflegebedürftigkeit und Belieben hinsichtlich Pflege- und Wohnsituation gestalten sich also die monatlichen Kosten. Diese liegen ca. zwischen 1.600 und 3.500 Euro. Vorausgesetzt, Sie haben einen Pflegegrad, greift hierbei Ihre Pflegeversicherung zu großen Teilen:

Leistungen der Pflegeversicherung bei vollstationärer Pflege

Da die Pflegeversicherung nicht für alle anfallenden Kosten aufkommt, bleibt für gewöhnlich eine monatliche Summe übrig, die privat getragen werden muss. Daher sollte schon zeitnah eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen werden, um diese Pflegelücke zu schließen. Seit Januar 2017 gilt der sogenannte “einrichtungseinheitliche Eigenanteil” in vollstationären Pflegeheimen. Das heißt, dass der Eigenanteil bei den Pflegegraden 2-5 gleich bleibt und hier nicht mit dem Schweregrad der Pflege steigt. Sollten die Mittel aus der Pflegeversicherung nicht ausreichen, um die Pflege sicherzustellen, greift bei Erfüllung bestimmter Kriterien die Sozialhilfe.

Mögliche Vorteile und Nachteile von vollstationärer Pflege im Heim

Vorteile

  • hohe Sicherheit und schnelle Hilfe im Notfall
  • barrierefreies Wohnumfeld
  • bei Pflegegrad: Anspruch auf Förderung durch die Pflegeversicherung
  • Entlastung für den Pflegebedürftigen (v. a. hinsichtlich des Haushaltes)
  • Entlastung für die Angehörigen (zeitlich, emotional)
  • regelmäßiger sozialer Austausch mit Pflegenden und Bewohnern
  • Zugriff auf aufbereitetes Freizeitprogramm
  • Schaffung neuer Strukturen, ggf. neue Lebensfreude

Nachteile

  • umgeben von (älteren) Personen mit Pflegebedürftigkeit
  • Anpassung an den Takt des Heimes
  • weniger Freiheiten als zu Hause
  • mitunter Probleme bei der Findung von behandelnden Ärzten, v. a. bei Wechsel der Stadt
  • lange Wartezeiten bei beliebten Einrichtungen
  • begrenzte Mitnahme von eigenen Möbeln und Gegenständen von zu Hause
  • ggf. Haustierverbot

Alternativen zu vollstationärer Pflege im Heim

  • regelmäßige teilstationäre Pflege (tagsüber oder nachts)
  • ambulante Versorgung durch häuslichen Pflegedienst
  • Versorgung durch Angehörige
  • private 24-Stunden Pflegekraft zu Hause
  • Betreutes Wohnen/ Service-Wohnen
  • Pflege-WGs
  • ggf. Demenz-WG
  • Einzug in eine Senioren-Residenz
  • stundenweise Betreuung, leichte Pflege und Dienstleistungen

Careship ist spezialisiert auf & vermittelt stundenweise Betreuung, sowie andere Dienstleistungen.

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Wenn die betroffene Person über einen Pflegegrad verfügt und ihre Pflegebedürftigkeit und sonstigen Bedürfnisse weder durch eine alternative, niedrigschwellige Pflegeform zu Hause oder mit der Hilfe der Angehörigen und Freunde etc. sichergestellt werden kann, bietet sich die stationäre Pflege und Betreuung im Heim an. Je nachdem, welche Bedürfnisse bestehen und wie hoch die verbleibende Selbständigkeit ist, empfiehlt sich hier die teilstationäre oder die vollstationäre Pflege.

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